Sonnenuntergang
Tagebuch



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20.4.08 Ich brenne

Ich liege eigentlich schon im Bett seit über einer Stunde. Ich kann nicht schlafen. Meine Haut fühlt sich heiß an, als hätte ich Sonnenbrand. Habe ich aber nicht. Ich habe ein wenig Schüttelfrost, und mein Herz klopft heftig. Cat macht oben wieder Party. Diesmal mit Alex und Julien, die vorhin von mir abgehauen sind, als ich unausstehlich wurde. Ich habe Magenschmerzen und Wadenkrämpfe. Gerade eben ist mir eingefallen, dass ich dehydriert sein könnte. Ich habe nichts angestellt, was darauf hindeuten könnte, aber andererseits bestand meine Flüssigkeitsaufnahme heute auch ausschließlich aus Kaffee und Alkohol. Also ist die Möglichkeit durchaus gegeben.

 
Heute war ein Tag im Garten. Ich habe das Referat nicht einmal angefangen, das ich morgen halten soll. Egal, morgen früh ist auch noch Zeit. Ich würde so gern schlafen, ich bin todmüde. Aber meine Gedanken sind bei André. Was ihm am heutigen Tag passiert ist, war abzusehen; ich hatte erwartet, dass mich sein sardonisches Gefühl der Freude packen würde, wenn er abserviert wird, und dass ich mich dafür schämen oder hassen würde. Aber als er vorhin hier saß und wir ungefähr drei Sätze über die ganze Geschichte gewechselt haben, als er Tränen in den Augen hatte und seine Stimme ihren Halt verloren hat, da habe ich nur seinen unendlichen Schmerz gespürt, habe Heike gehasst dafür, was sie ihm antut, und ich hätte ihn am liebsten einfach nur in die Arme genommen. Habe ich nicht. Habe seine Distanz respektiert. Hätte beinahe mit ihm mitgeheult, aber auch das tat ich nicht. Manche Dinge kann man sich besser mitteilen, wenn man nebeneinander sitzt und geradeaus guckt. So wie auf der Treppe vorhin. Ich wäre jetzt so gern bei ihm, vor allem da ich weiß, dass er keine fünfzig Meter von mir entfernt in seinem Zimmer sitzt. Vorhin war dieses Gefühl der Machtlosigkeit grauenhaft, dieses Gefühl, nichts für ihn tun zu können. Was will man als Freund schon tun, wenn dem Anderen das Herz bricht? Gar nichts kann man machen, das weiß ich noch von daher, als er mir das Herz gebrochen hat.

 
Noch dazu verspüre ich eine rasende Eifersucht, weil er und Cat sich seit kurzem plötzlich super verstehen. Meine zwei besten Freunde scheinen plötzlich prächtig ohne mich klar zu kommen. Ich fühle mich wie im Kindergarten mit diesen albernen Emotionen, aber sie sind wie ein weiß glühender Ball. Mal schauen, ob ich mit diesem Ball in meinem Magen irgendwann schlafen kann.

20.4.08 23:07
 



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