Sonnenuntergang
Tagebuch



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5.5.08 Montag Morgen

Die Morgende sind schlimm im Moment. Ich hoffe das wird nicht zur Gewohnheit. Ich werde mit einer Schwere in mir wach, und bis ich geduscht und angezogen bin hat sie sich ausgewachsen zu einem furchtbaren Gefühl, Einsamkeit, Schwäche, Lebensmüdigkeit. Ich habe die ganze Zeit Tränen in den Augen, kann aber doch nicht weinen. Ich habe Magenschmerzen, und der Kaffee ist bestimmt nicht Schuld. Gestern bin ich um diese Uhrzeit nach draußen gegangen in die Sonne, unter Leute, und habe den ganzen Tag nicht mehr an mein eigenes Leben gedacht. Aber heute ist Montag. Niemand ist da – alle sind entweder schon weg oder noch am schlafen. Mein Zimmer ist schon aufgeräumt, außerdem bringt es auch nichts, noch länger ruhelos hier hin- und herzulaufen. Ich habe Angst vor meinen Uniformularen, traue mich nicht, den Ordner vom Regal zu nehmen. Ich habe Angst vor meinen Texten – was mach ich bloß wenn ich merke, dass ich lesen will und mich nicht konzentrieren kann? Also vermeide ich die Bücher. Mir dreht sich regelrecht der Magen um, wenn ich an André denke. Wenn ich daran denke, wie es ihm geht. Er schien so trigger-happy die letzten Male, ganz seltsam und ganz furchtbar. Und er schließt mich aus. Trifft sich immer noch mit Heike, und Belinda ist auch unterhaltsamer als ich. Er erzählt mir gar nichts mehr. Ich kenne dieses ungeschriebene aber eiserne Gesetz, dass man niemals das haben will, was man tatsächlich bekommen könnte, aber in seinem Fall reißt es mir wirklich das Herz raus. Ich würde ihm die Welt zu Füßen legen, und ich bin mir sicher er weiß es, und ich könnte jedes Mal auf ihn einschlagen dafür, dass er mich nicht will. Aber kann ich ihm einen Vorwurf machen? Ich selber habe erstens zwei Jahre gebraucht bis ich überhaupt wusste, dass ich so fühle, und zweitens fehlt mir selbst jetzt die Energie und der Mut, um ihn zu kämpfen, weil ich nicht weiß wie man so etwas macht und wo das überhaupt hinführen soll. Was hab ich ihm denn zu bieten? Liebe ja – aber darum geht es ihm scheinbar nicht. Weswegen sonst scheint er in diesen kleinen Partymädchen so viel mehr zu finden? Klar, die sind bunter, aber wie wichtig kann bunt denn bitte sein? Das werde ich nie verstehen. Und überhaupt, wie kämpft man denn bitte für einen Menschen?? Soll ich etwa Werbung für mich machen? Hey Mann, ich bin zwar innerlich leer und tot, aber ich könnte dich im Arm halten, bis es dir besser geht… tolle Aussichten. Ganz tot bin ich offenbar gerade nicht, dann ich muss heulen, und ich habe solche Magenschmerzen, dass ich die ganze Zeit einen folgelosen Würgereiz verspüre. Ich zittere.

Cats Tür oben hab ich gerade gehört. Sie ist auch so ein schillernd buntes Partymädchen, aber sie ist genau das was ich jetzt brauche. Irgendwer muss meine Füße an den Boden zurückholen, damit ich aufhöre, in der Luft zu pendeln. Hoffentlich kommt sie gleich runter und spricht ein wenig mit mir.

5.5.08 08:56
 



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