Sonnenuntergang
Tagebuch



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10.6.08 Der Stress meines Lebens

Ich drehe mich im Kreis. Solch ein Gefühl von Stress habe ich noch nie gekannt. Ich wache jede Nacht auf, entscheide mehrmals die Stunde ob ich aufstehen und mich der ekligen Realität stellen soll, oder ob ich verdrängen soll. Die Arbeit schreibt sich nicht von alleine. Wenn ich hier vorsitze, muss ich jeden Satz einzeln aus mir heraus erbrechen, aus dem Nichts und wieder Nichts. Kein Fluss, keine Automatik. Und dazwischen, wenn ich nicht mehr denken kann, fange ich an zu trinken, Party zu machen, und ich denke an und sehne mich nach Sex. Ich suche nach jemand geeignetem, um mich abzulenken. Ich wüsste sogar jemanden, aber ich habe auch Angst. Was ist, wenn es mich nicht ablenkt? Was ist, wenn er mich nicht im Arm hält? Was ist, wenn er mich im Arm hält, und das Gefühl der Bedeutungslosigkeit geht einfach nicht weg? Das wäre das schlimmste. Aber genau das müsste ich ja erwarten, wenn ich es mit jemandem versuche, den ich nicht liebe. Ich glaube, ich kann meine Zurückhaltung sowieso nicht überwinden.

 
Diese Arbeit macht mich fertig. Nur dreißig Seiten noch zwischen mir und meinem ersten Universitätsabschluss. Hätte nie gedacht, dass Druck so groß sein kann, und ich kenne eine Menge Druck. Alles andere mache ich jetzt lieber. Gleich geh ich raus in die fantastische Sonne und lese, das ist leichter. Wenn was kommt, dann alles auf einmal. Jeden Tag Fußball. Gestern ist Opa gestorben und wird Freitag beerdigt. Und ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht bei Mama sein kann. Weil ich die eine Hälfte des Tages an meiner Arbeit sitze und die zweite Hälfte über versuche zu vergessen, dass ich daran sitze. Es muss bald vorbei sein, sonst zerreiße ich.

10.6.08 12:21
 



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