Sonnenuntergang
Tagebuch



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20.6.08 Pillen vergessen

Letzte Nacht hab ich meine Tabletten vergessen. Ich glaube das passiert mir so schnell nicht wieder. Heute morgen haben mich meine Träume immer wieder aus der Realität zurück gezogen mit einer Macht, wie ich sie lange nicht verspürt habe, so dass ich viel zu spät aufgestanden bin. Unter der Dusche habe ich geweint, habe hier im Zimmer Würgereize verspürt, das Nichts hat mich komplett ausgefüllt und ich wünschte mir nur die ganze Zeit über, mich würde irgendwer erschießen. Ich bin in dissoziative Zustände abgedriftet, weit weg von der Realität, von Buchstaben und Stimmen und Personen. Die Stille rauscht noch jetzt. Mir war klar, dass wenn ich jemals gezwungen sein sollte, diesen Zustand auf unbestimmte Zeit auszuhalten, ich mein Versprechen nicht würde halten können, mir nichts anzutun solange die Eltern noch leben. Ich habe alles in Frage gestellt.

 
Gott sei Dank bin ich gezwungen zu funktionieren. Wenn ich gleich nicht ein Referat halten müsste, wäre ich für heute schon wieder im Bett. André war gerade auf meinen Wunsch hin kurz da, das hat mich sehr beruhigt. Ich hab mich ja damals schon gewundert, dass die Tabletten direkt am ersten Tag wirkten, aber jetzt – dass sie auch sofort nach Entzug mich in meine trostlose Horrorwelt zurückschleudern…. das macht mir schon ziemlich zu schaffen. Ich bin abhängig von winzigen Stückchen Chemie, und selbst die machen mich nicht glücklich, sondern nur mein Leben erträglich. Ich glaube, ich habe heute morgen eine wichtige Lektion gelernt. Ich fahr jetzt zur Uni.

20.6.08 13:30
 



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